Als ich vor kurzem durch Basel ging, kam ich an einem typischen weissen Lieferwagen vorbei - und was entdeckte ich?
Einen Schutzhelm im Fenster.
Es war ein schöner Tag, die Sonne schien … direkt auf den Hut.
Man konnte gerade noch spüren, wie die UV-Strahlen durch das Glas drangen und die schöne Helmschale durchdrangen.
Leider konnte ich weder den Besitzer des Fahrzeugs noch den des Hutes ausfindig machen - und ich hatte kein Papier dabei, aber dieser Anblick hat mich dazu inspiriert, über Schutzhelme zu schreiben.
In diesem Beitrag beantworte ich also 5 häufig gestellte Fragen zu Schutzhelmen.
Warum sollte ich einen Schutzhelm tragen? Wenn mir etwas Grosses auf den Kopf fällt, werde ich sowieso verletzt oder getötet.
Das höre ich sehr oft.
Ist es überhaupt sinnvoll, einen Schutzhelm zu tragen?
Kurze Antwort: Ja.
Lange Antwort…Ja, sehr sogar.
Aufpralldämpfung
Wenn dir ein grosser Gegenstand auf den Kopf fällt, ist das Verletzungsrisiko hoch, aber ein Schutzhelm hat sowohl eine harte Aussenschale als auch eine innere Federung, die die Kraft des Aufpralls absorbiert und verteilt.
Das kann den Unterschied zwischen einer lebensbedrohlichen Verletzung und einer überschaubaren Verletzung ausmachen.
Durchdringungsfestigkeit
Spitzige Gegenstände, die mit hoher Geschwindigkeit durch die Luft fliegen, sind häufig und gefährlich. Scharfe Werkzeuge, Nägel oder Trümmerteile können unkontrolliert durch die Luft fliegen und - ohne Schutzhelm - deinen Schädel durchdringen.
Auch kleine Gegenstände sind gefährlich.
Du kennst das aus Zeichentrickfilmen: Ein Hammer, der aus grosser Entfernung (z. B. von einem Gerüst) auf den Kopf einer Figur fällt, verursacht oft eine grosse Beule.
Im echten Leben kann das zu einer Gehirnerschütterung, Hirnschäden oder sogar zum Tod führen.
Wie viele Jahre hält ein Schutzhelm?
Das hängt vom Hersteller deines Schutzhelms ab und davon, wie er benutzt wird.
Um diese Frage zu beantworten, musst du einen Blick in die Gebrauchsanweisung deines Schutzhelms werfen (den du hoffentlich nicht weggeworfen oder als Feuerfutter benutzt hast).
Auf der Vorderseite eines Schutzhelms findest du am Rand einen Stempel mit dem Produktionsdatum.
Die Zahl in der Mitte ist das Jahr und die Zahl an der Aussenseite ist der Monat.
Das Verfallsdatum hängt von zwei Dingen ab:
- Wie wird der Helm gelagert?
- Wie wird er benutzt?
Wenn der Schutzhelm oft im direkten Sonnenlicht benutzt wird, hält er nicht so lange.
In diesem Fall solltest du deinen Schutzhelm ersetzen:
- Siehst du Risse, Brüche, Verfärbungen oder etwas Ungewöhnliches am Schutzhelm?
- Wurde der Hut beschriftet oder mit Aufklebern verziert?
- Wurde der Hut fallen gelassen oder hat er kürzlich einen Schlag abbekommen?
Im Handel gibt es Schutzhelme schon für 10 CHF (achte bitte darauf, dass alle Zertifikate gültig sind!), was nichts im Vergleich zu den Kosten für die Behandlung einer Kopfverletzung ist.
10 CHF für ein Jahr = 0,02 CHF pro Tag und Person.
Beat/Rob/Bruno haben coole Aufkleber auf ihre Schutzhelme geklebt. Kann ich das auch machen?
Nein - es sei denn, der Hersteller schreibt etwas anderes vor und der Helm ist noch zertifiziert.
Das Schreiben auf deinem Helm oder das Anbringen von Aufklebern wäre eine “Manipulation der PSA” und das ist nach Schweizer Recht nicht erlaubt.
(VUV, Art. 11) https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1983/1968_1968_1968/de
(1 Der Arbeitnehmer muss die Weisungen des Arbeitgebers in Bezug auf die Arbeitssicherheit befolgen und die allgemein anerkannten Sicherheitsregeln berücksichtigen. Er muss insbesondere die persönlichen Schutzausrüstungen benützen und darf die Wirksamkeit der Schutzeinrichtungen nicht beeinträchtigen .22)
Die Aufkleber oder Stifte könnten Lösungsmittel enthalten, die die Zusammensetzung des Helmmaterials verändern können. Das bedeutet, dass der Helm möglicherweise nicht mehr den gleichen Schutz bietet, wie er sollte.
Einige Hersteller haben ihre Helme mit bestimmten Tinten oder Aufklebern zertifiziert - du musst sie also fragen, was in Ordnung ist und was nicht.
Wie sollte ich meinen Helm reinigen?
Auf die gute altmodische Art - mit milder Seife und Wasser.
Verwende keine scharfen oder scheuernden Chemikalien, da diese das Plastik beschädigen könnten. Wenn der Helm beschädigt aussieht, wirf ihn weg und kaufe einen neuen. (Mit deinem eigenen Kopf kannst du das nicht machen… wir sind keine Legos.)
Was hat es mit den zwei Kinnriemen auf sich?
Es gibt also zwei verschiedene Normen für Schutzhelme.
EN 397 (Industrieschutzhelme) und EN 12492 (Helme für Arbeiten in der Höhe)
Helme für die Arbeit am Boden (EN 397) müssen keinen Kinnriemen haben, aber wenn sie einen haben, dann muss er mit einer Kraft von weniger als 25 KG gelöst werden.
Und warum?
Stell dir vor, du gehst zu Fuss und dein Kinnriemen verfängt sich in einer sich bewegenden Maschine - dadurch wird dein Kinnriemen mit jeder Sekunde enger und enger. Wenn sich der Kinnriemen bei 25 kg nicht löst, würdest du dich zu Tode strangulieren.
EN 12492 - Wer in der Höhe arbeitet, braucht dagegen einen etwas stärkeren Kinnriemen. 50 KG.
Damit soll sichergestellt werden, dass der Helm auf dem Kopf des Trägers bleibt.
Das sind die fünf häufigsten Fragen zu Schutzhelmen.
Gehöre nicht zu den ca. 5000 Kopfverletzungen pro Jahr. Trage einen Helm und trage ihn klug :)
Danke für’s Lesen!
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