11 Meilensteine, die die PSA-Sicherheit in Europa feiern
Es ist wieder soweit – Eurovision-Woche ! Und dieses Jahr bin ich besonders aufgeregt, weil der Event in der Stadt stattfindet, in der ich lebe: Basel !
Ich liebe den ESC, seit ich ein kleines Mädchen war. Die Vielfalt an Sprachen, Kulturen und Musikrichtungen hat mir schon früh die Augen geöffnet – und wahrscheinlich auch den Wunsch geweckt, Europa zu entdecken. Heute lebe ich in der Schweiz 🇨🇭 – Ziel erreicht!
In diesem Beitrag möchte ich ein paar wichtige Meilensteine aus der Geschichte der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) in Europa teilen. Denn genauso wie uns Musik verbindet, sorgt auch gemeinsamer Arbeitsschutz dafür, dass wir uns grenzübergreifend schützen – United by Safety , sozusagen.
1825 – Aldinis Feuerhaube (🇮🇹 Italien): Der erste Atemschutz in Europa
Der italienische Wissenschaftler Giovanni Aldini entwickelte eine hitzebeständige Haube für Feuerwehrleute – mit Isolierung und einem einfachen Luftsystem. Das war der erste ernsthafte Versuch in Europa, Einsatzkräfte vor Rauch und Hitze zu schützen.
Gut, die Haube bestand aus Asbest – also aus heutiger Sicht nicht gerade ideal. Aber das Prinzip der mitgeführten Atemluft war bahnbrechend.
Im selben Jahr entwickelte John Roberts aus 🇬🇧 Grossbritannien ein Gerät, das es Personen ermöglichte, „ohne Schaden in Räume mit Rauch und giftigen Dämpfen einzutreten“. Auch das war ein früher Schritt in Richtung Atemschutz.
John Roberts' Gerät
1903 – Drägers Kreislauf-Atemgerät (🇩🇪 Deutschland)
Der Deutsche Bernhard Dräger erfand 1903 ein geschlossenes Atemsystem – ein Meilenstein für Grubenrettung und Feuerwehr. Es war eines der ersten umluftunabhängigen Atemschutzgeräte (SCBA) und legte den Grundstein für die Firma Dräger , die bis heute in der PSA-Welt führend ist.
Der Begriff „Drägerman“ wird übrigens noch heute für Grubenretter verwendet.
Ganz links - ein Dräger SCBA
1950 – Peltor und der Gehörschutz (🇸🇪 Schweden)
1950 begann die schwedische Firma Peltor mit der Herstellung von Gehörschutz für die Luftwaffe – mit Fokus auf Kommunikation in lauten Umgebungen. Bis heute ist Peltor eine der bekanntesten Marken für Kapselgehörschutz – von der Baustelle bis zum Flughafen.
1951 – Gründung der EGKS (🇫🇷 🇮🇹 🇩🇪 🇧🇪 🇱🇺 🇳🇱)
Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) war der erste grosse Schritt in Richtung europäische Zusammenarbeit – lange vor der EU.
Mit dabei: Frankreich 🇫🇷, Italien 🇮🇹, Westdeutschland 🇩🇪, Belgien 🇧🇪, Luxemburg 🇱🇺 und die Niederlande 🇳🇱 .
Hier wurden erstmals grenzüberschreitende Sicherheitsstandards für Schwerindustrie diskutiert – ein wichtiger Vorläufer der heutigen PSA-Regulierung in Europa.
1964 – Erste Hi-Vis-Westen in Glasgow (🇬🇧 Grossbritannien)
(Winner ESC = Italy mit Non ho l'età von Gigliola Cinquetti)
Bahnarbeiter in Glasgow testeten als Erste fluoreszierende Warnwesten, um bei elektrifizierten Bahnlinien besser sichtbar zu sein. Der Versuch war erfolgreich – und Hi-Vis wurde europaweit zum Standard.
Heute Pflicht auf vielen Baustellen, in der Logistik und im Strassenunterhalt.
1974 – Das britische Arbeitsschutzgesetz (🇬🇧 Grossbritannien)
(Winner ESC = Schweden mit Waterloo von ABBA)
Mit dem Health and Safety at Work Act wurde in Grossbritannien die rechtliche Basis für modernen Arbeitsschutz geschaffen. Arbeitgeber mussten Risiken aktiv vermeiden und geeignete PSA bereitstellen.
Nebenbei: Im gleichen Jahr gewann ABBA 🇸🇪 mit Waterloo den Eurovision Song Contest. Ein starkes Jahr – für Pop und Prävention.
1986 – Tschernobyl und die Grenzen der Notfall-PSA (🇺🇦 Ukraine / Sowjetunion)
(Winner ESC = Belgium mit J'aime la vie von Sandra Kim)
Die Katastrophe von Tschernobyl deckte grosse Lücken in der Notfallausrüstung auf. Viele Helfer hatten keinen ausreichenden Schutz. Die Folge: In ganz Europa wurde massiv in Strahlenschutzkleidung, Atemschutz und Notfallpläne investiert.
Ein tragisches Ereignis – aber ein Katalysator für Fortschritt.
Zum Glück wurde Europa seither nie wieder von einer internationalen Katastrophe überrascht, bei der die Versorgung mit PSA schwierig wurde ….....
https://www.nbcnews.com/id/wbna42738018
1989 – Die erste EU-PSA-Richtlinie (🇪🇺 EU)
(Winner ESC = Yugoslavia mit Rock Me von Riva)
Mit der Richtlinie 89/686/EWG wurden erstmals europaweite Anforderungen an PSA definiert. Alle Produkte mussten bestimmte Sicherheitskriterien erfüllen und mit dem CE-Zeichen versehen sein.
Damit begann die Harmonisierung des PSA-Markts in Europa.
1993 – CE-Kennzeichnung wird Pflicht (🇪🇺 EU)
(Winner ESC = Irland mit In your Eyes von Niamh Kavanagh)
Ab diesem Jahr durften nur noch PSA-Produkte mit CE-Kennzeichen in der EU verkauft werden. Gleichzeitig entstanden die ersten EN-Normen , z. B. die EN 469 für Feuerwehrschutzkleidung.
Einheitliche Standards für alle – ganz im Sinne eines gemeinsamen Markts.
2016 – Die neue PSA-Verordnung (🇪🇺 EU)
(Winner ESC = Ukraine mit 1944 von Jamala)
Die alte Richtlinie wurde durch die Verordnung (EU) 2016/425 ersetzt – für mich persönlich die „Bibel“ der PSA.
Die Verordnung brachte strengere Anforderungen, klarere Pflichten für Hersteller und Importeure, und einen grösseren Fokus auf Hochrisiko-PSA.
Seit 2021 gilt sie vollständig – und jedes PSA-Produkt auf dem Markt muss ihr entsprechen.
2020 – COVID-19 und PSA im Alltag (🌍 Global / 🇪🇺 Europa)
(Winner ESC = Keine (but if there was one then it would have been Iceland because their song was amazing...)
Die Pandemie machte PSA plötzlich zum Teil des Alltags. Masken, Handschuhe, Visier – alle kannten sie plötzlich. Gleichzeitig wurde klar, wie verletzlich globale Lieferketten sind.
Europa reagierte mit Lagerhaltung, Schnellzulassungen und lokaler Produktion . PSA war plötzlich mehr als nur ein Arbeitsschutz – es war ein Symbol der Verantwortung.
United by Music – United by Safety
Während wir uns diese Woche über Musik, Glitzer und kulturelle Vielfalt freuen, lohnt sich auch ein Blick hinter die Kulissen:
Wie der Eurovision Song Contest zeigt auch die Geschichte der PSA, wie stark Europa ist, wenn es gemeinsam an Lösungen arbeitet.
Denn ob auf der Bühne oder im Betrieb – Sicherheit ist Teamwork .
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